HINTER DEN BERG SEHEN

17. bis 19.08.2015 Rüstzeit in Belá bei Decin

Traditionell fahren wir immer um diese Zeit von Dresden nach Belá, hinter den hohen Schneeberg zu Karl Stein. Karl Stein ist ein Urgestein an Gastfreundlichkeit und Herbergsvater des kleinen Zeltplatzes im kleinen beschaulichen Ort Belá nahe Decin.

So ging es auch diesmal vom Bahnhof Mitte los. Die Gruppe Reise freudiger , vom sechs Jährigen bis zum fünfzig Jährigen war gut aufgestellt. Frau Geisler hatte das Gepäck in Briesnitz eingesammelt, und wurde von der Schildwache Herrn Schlauderer über die Grenze begleitet. Luxuriöser hatten es nur wir. Mit der S-Bahn bis Schmilka, und dort wartete der Zug ins Nachbarland.

Die Wetterprognosen wurden von mir höchst selbst ausgegeben; bis Decin sollte es meiner Meinung nach nicht regnen, was danach kommt, dafür übernahm ich erst einmal keine Gewähr. So war es dann auch. Als wir an unserem Treffpunkt mit Karl Stein ankamen, war es zwar bewölkt, aber trocken. Karl tauschte mit uns Euro in Kronen, und dann machten wir uns auf den Weg in den Zoo von Decin. Einige Kinder kannten diese Route schon von vergangenen Rüstzeiten, für die Neuen war es eine erste Erfahrung auf fremden Territorium. Oben angekommen, verschnauften wir erst einmal. Dann kam auch schon die rote Kutsche mit Frau Geisler und Herrn Schlauderer den Berg hoch gekrochen. Die Pferde hatten sehr zu ziehen, und schafften es gerade noch so in eine Parklücke. Essen und trinken wurden ausgeladen, in den Zoo gebracht, und das Wespen gespickte Picknick konnte beginnen. Die eine oder andere Wespe kam auch zum Erfolg, aber es störte nicht weiter.

Danach machten wir zum aufwärmen ein paar Spiele. Alle waren gut drauf, machten fröhlich mit, und die Zeit verging. Als sich zwei Gruppen gebildet hatten, aus Knappen und Burgfräulein, begann der eigentliche Besuch des Zoos. Es gab einige Aufgaben zu lösen, und Punkte wurden gesammelt. Dann fing es leicht an zu regnen. Wie sich am Ende herausstellen sollte, würde es erst wieder bei unserer Ankunft in Schmilka aufhören.

Die Kinder hatten alle Tiere bestaunt, und zur Belohnung gab es Eis, für die großen Ritter, die Schildwache, und die Fee Frau Geisler Kaffee.

Dann begannen wir die Wanderung über die Schäferwand. Zuvor bestaunten wir den sagenhaften Ausblich auf Decin, die NOCH sehr flache Elbe, und das Schloss gegenüber.

Zu diesem Zeitpunkt, konnte noch niemand ahnen dass der Hungerstein direkt unter uns, der die Marke der Hungerjahre anzeigte, bei unserer Abfahrt  wieder fast vollständig mit Wasser bedeckt sein würde.

Eine Wanderung über die Schäferwand ist einfach nur schön. Gerade Wege, Ausblicke, Spiele, und der Abstieg. Dann waren wir an unserer Gaststätte angekommen.

Die freundliche Bedienung vom letzten Jahr war auch wieder da,unsere Gruppe von 20 Kindern konnte sich sogar ganz gut benehmen, und einfach sitzen tat ebenfalls gut. Nun hatte es also begonnen zu regnen. Da ich mich als Wetterfrosch geoutet hatte, mit großer Klappe voran, war ich fällig. Herr Wetterfrosch, wie wird es denn nun mit dem Wetter????

Gute Frage, aber ohne Satellitengestützte Information tauge auch ich nicht viel was präzise Aussagen betrifft. Laut Prognose sollte es Mittwoch früh Sonnenschein geben. Leider verschob sich aus noch ungeklärter Ursache, dieser Termin weit nach hinten. Es wurde nass und nasser. Nach den Essen hieß es immerhin noch zu Karls Domizil zu wandern. Dort fingen wir sofort an die Zelte auf zu bauen. Es stellte sich als schwierig heraus. Nasses Gras, Stangen fehlten, aber letztendlich standen doch einige Zelte da, wo sie immer stehen. Bis auf eines, meines, dieses stand entgegengesetzt aller anderen, Karls Haus als Schnarchschutz dazwischen. Das war klug gedacht, ach, wenn ich nur noch diesen stark und Dauerregen abstellen könnte. Dieser prasselte alle zwei Nächte, fast ohne Unterlass auf das Zeltdach.

Es ging zeitig ins Bett!!!

Am nächsten Tag gab es die berühmten Böhmischen Hörnchen, charakterstarken Kaffee für Ritter und Feen, und so manche andere Leckerli für die Kinder. Heute sollte der Tag der Bewährung sein. Waren wir stark genug dem Wetter zu trotzen? Schon 7 Uhr waren wir auf den Beinen, hatten uns in Windeseile fertig gemacht, fuhren mit dem Bus zu Karl Steins Arbeitsplatz, und er brachte uns zur Schäferbrücke, die wohl mit berühmteste, Touristisch gesehen unbedeutendste, in Decin. Unsere Führung war eine Mischung aus, Stadtbegehung, Wasserwanderung, Abenteuerlauf, Bewährungsprobe und Erlebnispfad. Am Ende kamen wir im Schloss von Decin an. Dort machten wir eine kleine Rast, bevor es in die dunklen Keller zum schwarzen Ritter ging. Wir wurden abgeholt, in einen dunklen Raum gestellt, und dann ging die Tür auf. Kerzenschein und Fackeln , Gewölbe aus Stein,und schon wieder Feuchtigkeit.Und dann....saß da der schwarze Ritter. Sein Name war Sigismund von Wartenberg, und er führte uns durch sein Leben, ein Leben mit dem Schwert. Leider lies er sich von dem Spruch: " Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen" nicht beeindrucken, und kam deshalb durch selbiges um. Wir hatten nun die Aufgabe, hinter das Geheimnis seines Lebens zu kommen, und seine Seele zu retten. Dabei führte er uns durch manch dunklen Gang, in manch Dunklen Raum, nur durch einige Fackeln erhellt, das Wasser ran auch hier von den Decken und Wänden. Es war ein herrlich schauriges Erlebnis.

Als wir dann wieder im Tageslicht standen, kam es uns heller vor als es wirklich war, es regnete immer noch.

Herr von Wartenberg begleitete uns noch in das Restaurant des Schlosses, wo wir Böhmische Knödel aßen. Endlich wieder sitzen und Pause machen. Danach ging es zu Fuß über das "Blaue Wunder" von Decin zurück zum Bus. Eine Gruppe lief, die andere fuhr mit dem Bus, leider gewannen wir den Wettstreit zu Fuß  nicht.

 

Bei Karl Stein angekommen, sanken alle im Versammlungsraum auf den Teppich. Die Erwachsenen machten Essen, für die Kinder gab es ein Kreativangebot mit Ton. Einige ruhten sich einfach nur aus, es regnete .Das Abendbrot war reichhaltig, und bei Tisch war es ruhig, der Tag war fast zu Ende, als Karl Stein noch eine Führung durch seine Kirche machte. Davon gibt es diesmal keine Fotos, ich hatte mich zum Küchendienst gemeldet. Anschließend war Nachtruhe, die auch prompt wahrgenommen wurde.

 

 

Der dritte und letzte Tag.Natürlich regnete es immer noch, aber die Hörnchen für das Frühstück waren schon unterwegs, Kaffee duftete, die letzten nassen Schuhe wurden getrocknet, alles war gut. Herr Hermann stimmte wie jeden Tag ein Lied auf seiner Gitarre an, der Tag konnte beginnen. Nach dem Frühstück packten wir die nassen Sachen ein, aus Zelttaschen tropfte das Wasser, das Haus wurde gesäubert, alles blitzte wieder, wir konnten langsam den Weg in die Stadt antreten. Also liefen wir nach Decin, trafen Karl Stein, der uns in ein Bistro führte wo es alles gab. Man stelle sich eine DDR HO vor, nur reichhaltiger im Angebot. Es gab allerlei süße Torten und Teilchen, Belegte Brote, Wurstwaren und hinter einer Gitterbox den Alkohol und Tabakwaren. Der Fußboden bestand aus riesigen einen Meter mal einen Meter großen blank gescheuerten Bruchsteinstücken, aus aller Welt. So gestärkt, besuchten wir den wohl kleinsten Zoo der Welt. Man stelle sich ein ganz normales Wohnhaus vor, und wenn man in dieses eintritt, öffnet sich eine andere Welt. Über alle Etagen verteilt, gibt es wunderbar gepflegte Terrarien und Käfige, für verschiedene Tiere. Vom Seepferdchen über den Affen bis zu Schlangen und Schildkröten, Vogelspinnen und Leguanen. Nach diesen zwei denkwürdigen Attraktionen, schlossen wir unseren letzten Tag mit dem Traditionellen Besuch im Schreibwarenladen, bei Valdeamar Kresnik, und neuerdings auch mit einem Kofolakauf in der Markthalle ab. Gegen 13:35 Uhr ging dann die Fahrt zurück gen Dresden. Die Elbe war durch den Dauerregen wieder auf ihr minimal maß angestiegen, die Kinder waren im Zug gut drauf, und so schafften wir es ohne Zwischenfall gegen 15: 20 Uhr in Dresden an zu kommen.

Vielen Dank an alle Ehrenamtlichen Helfer, Mutter Geisler und Schildwache Schlauderer gebührt besonderer Dank, für den Grenzverkehr und das Kreative Essen, das uns stark gemacht hat.

Besonders bedanken möchten wir uns auch bei unseren Partnern Karl Stein und dem schwarzen Ritter vom Schloss Déćin.

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